Roman Allein 2006 landeten 31.200 afrikanische Flüchtlinge auf den Kanarischen Inseln oder wurden noch auf See von der spanischen Küstenwache aufgegriffen. Nach Schätzung der Behörden überlebten 6000 die Überfahrt in ihren prekären Booten nicht. Alle flohen vor der Ausweglosigkeit in ihren Ländern und waren auf der Suche nach einem Paradies, das nicht selten in ihrer Kriminalisierung besteht.
Die Wege von Amadú, Lehrer aus Sierra Leone, Fatiha aus Marokko, Usmán, ein Waise aus Burkina Faso und Tierno, Bauer aus Mali hätten sich nie gekreuzt, wäre in Las Palmas de Gran Canaria nicht die junge Prostituierte Aisa aus dem Senegal ermordet worden.
Daraus knüpft Antonio Lozano ein Netz aus Stimmen, zärtlich und human, die ein Bild der Emigration ergeben, des Exils und der sexuellen Ausbeutung im Exil. Ein Roman mit Krimi-Elementen, der auch stilistisch neue Wege geht und dabei eines unserer Urlaubsparadiese anders aussehen lässt. - Im Anhang eine Reportage aus Mali von Peter Faecke: wie der Sand der Sahara wieder die schriftliche Kultur verschlingt, die sich das Land gerade angeeignet hat.
Antonio Lozano, geb. 1956 in Tanger, lebt auf Gran Canaria, wo er in der Gemeinde Agüimes ein Theaterfestival leitet, sowie das »Internationale Festival der mündlichen Erzählung«. Er veröffentlichte u.a. die Romane »Harraga« (Drogen- und Menschenschmuggel zwischen Marokko und Spanien) sowie »Der Fall Sankara« (über Aufstieg und Ermordung des Politikers Thomas Sankara in Burkina Faso) und wurde dafür mehrfach mit Preisen ausgezeichnet.
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