Roman 1866. Criminalbibliothek 1850-1933. Band I Die deutschsprachige Kriminalliteratur hat keine Tradition?
Stimmt, aber sie könnte eine haben. Was sich seit Mitte des 19.Jahrhunderts auch hierzulande entwickelte und zugleich verdrängt, verpönt, vergessen wurde, formt sich in der Rekonstruktion zu einem faszinierenden und vielschichtigen Bild. Der Krimi als Gesellschaftskommentar, Sonde in die Psyche, Manifestation uns fremd gewordener Handlungs- und Denkweisen – und spannende Unterhaltung. Und so wird in diesem Roman betrogen und intrigiert, unterschlagen und erpresst, bestochen und diskriminiert. Zweimal wird ungesühnt gemordet, einmal aus Habsucht, einmal zur politischen Vertuschung, zwei „Märtyrer“ bleiben auf der Strecke, die Bedrängten, die Unterdrückten verabschieden sich am Ende resigniert in die Emigration. Und die Gegenwart geht weiter ihren bösen Gang. Alles das wird aufgeschrieben von einer Frau, die mehr Hintern in der Hose hat als die meisten ihrer männlichen Kollegen!
Emilie Heinrichs, 1823-1901. Sie schrieb 1848 erste politische Gedichte. Seit ihrer Verheiratung 1850 lebte sie in Hannover, das sie dann jedoch wegen der sich zuspitzenden politischen Lage verlassen musste. Neben historischen Romanen und Lyrik schrieb sie auch Theaterstücke.
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